Manuelle Therapie
Gelenke, Muskeln und Nerven gezielt untersuchen und behandeln, allein mit den Händen.

Kurz gesagt: Gelenke, Muskeln und Nerven gezielt untersuchen und behandeln, allein mit den Händen. In der Regel 20 bis 25 Minuten je Einheit. Ärztliche Verordnung erforderlich.
Die Manuelle Therapie ist eine spezialisierte Form der Physiotherapie. Sie kommt ohne Geräte aus und arbeitet ausschließlich mit den Händen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Struktur Deine Beschwerden tatsächlich verursacht: ein Gelenk, das sich nicht mehr frei bewegt, Muskulatur, die dauerhaft unter Spannung steht, oder ein Nerv, der zu wenig Platz hat.
Für diese Behandlungsform ist eine zusätzliche Qualifikation erforderlich, die über die Grundausbildung hinausgeht.
Wie eine Behandlung abläuft
Am Anfang steht die Untersuchung. Wir prüfen Beweglichkeit, Gelenkspiel und Muskelspannung und vergleichen dabei immer beide Körperseiten. Häufig zeigt sich, dass der Ort des Schmerzes und die Ursache auseinanderfallen. Ein Beispiel: Eine eingeschränkte Brustwirbelsäule kann Nackenbeschwerden auslösen, weil der Nacken übernimmt, was der Brustkorb nicht mehr leistet.
Danach folgt die Behandlung. Wir mobilisieren das Gelenk in genau der Richtung, in der die Bewegung fehlt, entlasten es durch Traktion und lösen die umliegende Muskulatur mit Weichteiltechniken. Zum Abschluss bekommst Du Übungen, mit denen Du das Ergebnis stabilisierst.
Was Du spürst
Während der Behandlung empfinden die meisten Menschen die Griffe als wohltuend. Am Tag danach kann die behandelte Region noch einmal reagieren, etwa mit einem Ziehen oder leichter Müdigkeit. Das ist eine normale Antwort auf den gesetzten Reiz und klingt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen ab.
Wir arbeiten immer innerhalb Deiner Schmerzgrenze. Sag jederzeit Bescheid, wenn etwas unangenehm wird.
Was Du selbst beitragen kannst
Der wichtigste Teil passiert zwischen den Terminen. Die Behandlung schafft Beweglichkeit, Deine Übungen sorgen dafür, dass sie bleibt. Du bekommst deshalb nach jeder Einheit ein bis zwei konkrete Übungen, die in Deinen Alltag passen.
Das erwartet Dich
Die Manuelle Therapie fühlt sich meist sehr wohltuend an, kann allerdings nach der Behandlung erneut aufwühlen. Keine Sorge, der Therapeut achtet auf Dich.
Wann diese Behandlung sinnvoll ist
- Rücken- und Nackenschmerzen
- Schulterbeschwerden, auch bei eingeschränkter Beweglichkeit
- Beschwerden am Kiefergelenk
- Zustände nach Operationen und Verletzungen
- Wiederkehrende Kopfschmerzen mit Ursprung in der Halswirbelsäule
- Gelenkbeschwerden an Hüfte, Knie und Fuß
Gut zu wissen
Nicht geeignet bei akuten Entzündungen, frischen Frakturen und ausgeprägter Osteoporose im Behandlungsgebiet. Sprich uns bitte auf Vorerkrankungen an, dann stimmen wir die Technik darauf ab.
Häufige Fragen
Tut Manuelle Therapie weh?
Während der Behandlung empfinden die meisten Menschen die Griffe als wohltuend. Wir arbeiten grundsätzlich innerhalb Deiner Schmerzgrenze und passen den Reiz sofort an, wenn es unangenehm wird.
Warum behandelst Du eine Stelle, an der es gar nicht weh tut?
Weil Schmerzort und Ursache oft auseinanderfallen. Eine unbewegliche Brustwirbelsäule kann Nackenbeschwerden auslösen, weil der Nacken kompensiert. Wir behandeln deshalb dort, wo die Bewegung fehlt, nicht nur dort, wo Du sie spürst.
Wie viele Behandlungen brauche ich?
Eine Verordnung umfasst üblicherweise sechs Einheiten. Bei akuten Beschwerden zeigt sich häufig schon nach zwei bis drei Terminen eine deutliche Veränderung, chronische Bilder brauchen länger. Wir werten den Verlauf gemeinsam aus.
Darf ich nach der Behandlung Sport machen?
Leichte Bewegung tut gut und unterstützt das Ergebnis. Auf intensives Training am selben Tag solltest Du verzichten, damit das Gewebe auf den Reiz reagieren kann.
Zuletzt geprüft am von Siska Rudolph, Staatlich anerkannte Physiotherapeutin. Allgemeine Informationen zum Verfahren