Kurz gesagt: Manuelle Therapie stellt Beweglichkeit wieder her, Krankengymnastik baut Kraft und Belastbarkeit auf. In vielen Fällen ist die Kombination beider Verfahren am wirksamsten.
Beide Verfahren stehen auf der Verordnung, beide heißen Physiotherapie, und trotzdem tun sie sehr unterschiedliche Dinge. Die kurze Antwort: Manuelle Therapie stellt Beweglichkeit her, Krankengymnastik macht daraus Belastbarkeit.
Manuelle Therapie: die Voraussetzung schaffen
Hier arbeiten wir passiv. Du liegst oder sitzt, wir bewegen. Ziel ist, eine Bewegung wieder möglich zu machen, die aktuell blockiert oder schmerzhaft eingeschränkt ist. Das ist immer dann der richtige Einstieg, wenn Bewegung schlicht nicht geht.
Krankengymnastik: die Voraussetzung nutzen
Hier arbeitest Du. Wir trainieren Kraft, Stabilität, Ausdauer und Koordination in dosierten Steigerungen. Das ist der Teil, der dafür sorgt, dass die gewonnene Beweglichkeit auch unter Alltagsbelastung hält.
Warum die Reihenfolge zählt
Wer kräftigt, ohne die Beweglichkeit vorher herzustellen, trainiert Ausweichbewegungen mit ein. Wer nur mobilisiert, ohne anschließend zu kräftigen, erlebt, dass die Beschwerden nach einigen Wochen zurückkehren, weil nichts das Ergebnis stabilisiert.
Deshalb kombinieren wir in der Praxis häufig beides innerhalb einer Einheit: erst Beweglichkeit, dann Belastung.
Eine Orientierungshilfe
Wenn eine Bewegung nicht geht oder beim Versuch deutlich schmerzt, spricht das für Manuelle Therapie. Wenn Bewegung möglich ist, aber schnell ermüdet, instabil wirkt oder unter Belastung wehtut, spricht das für Krankengymnastik. Nach Operationen sind in aller Regel beide Bausteine nötig.
Wer entscheidet das
Die Verordnung gibt den Rahmen vor, den Deine Ärztin oder Dein Arzt festlegt. Innerhalb dieses Rahmens richten wir uns nach dem Befund und nach dem Verlauf. Sprich uns an, wenn Du den Eindruck hast, dass die Schwerpunkte nicht mehr passen.